Zwei Vizemeistertitel für die LG Region Karlsruhe

Bei den Deutschen Meisterschaften in Nürnberg am vergangen Wochenende konnten Dreispringer Felix Mairhofer und 800-Meterläufer Christoph Kessler jeweils die Vizemeisterschaft feiern.
Auch die anderen Athletinnen und Athleten präsentierten sich bei wechselhaften Bedingungen stark.

Im Vorlauf am Samstag lief Christoph Kessler ein taktisch kluges Rennen und qualifizierte sich souverän als Vorlaufsieger für das Finale. Dort musste er sich schließlich in 1:47,60 min nur Benedikt Huber geschlagen geben, der an diesem Tag einfach stärker war. Chris zeigte sich vor allem in der Endphase phänomenal gegen den Jahresbesten Marc Reuther, den er auf Rang drei verweisen konnte. Insgesamt ist dies bisher eine Traumsaison für Christoph, mit den Europameisterschaften in Berlin steht sein Saisonhöhepunkt noch aus. 

Die Überraschung des Tages war sicher Felix Mairhofer, der sich die Silbermedaille und damit die niemals erwartete Vizemeisterschaft holte. "Mit einer Chance auf Platz 3-5 habe ich geliebäugelt - aber dieses Ergebnis ist der Hammer" sagte sein Coach nach dem Ende des Wettbewerbs. Felix nutzte nach dem verletzungsbedingten Ausfall von Max Hess die Gunst der Stunde, sprang nach mäßigem Beginn mit neuer persönlicher Bestweite von 15,79m endlich so, wie die Trainingsleistungen es erwarten ließen. "Leider hat er nach diesem Sprung etwas die Leichtigkeit verloren, wollte unbedingt noch die 16m erreichen" ergänzte Coach Metzler nach diesem überraschenden Ergebnis, das in 2019 Lust auf mehr macht. Felix selbst zeigte sich mit diesem Ergebnis, nach einer schwierigen Saison, sehr zufrieden.

Felix Wammetsberger erwischte einen unglücklichen Tag über 1500 m. Sein sehr taktischer erster Vorlauf wurde wahnsinnig langsam angegangen, zweite Vorlauf wurde deutlich schneller, sodass seine Zeit von 3:51,40min nicht für die Endlaufqualifikation ausreichte.

Ähnlich erging es Jana Reinert über die zwei Stadionrunden, die als Dritte in ihrem Vorlauf ausschied. Sie fiel der Münchner Dominanz zum Opfer, durch welche ihr dritter Vorlauf mit Christina Hering extrem langsam wurde und nach einer 64er Anfangsrunde ein Weiterkommen über die Zeit kaum noch möglich war.

Über 5000 m waren mit Jannik Arbogast und Jan-Lukas Becker gleich zwei LG Athleten am Start.
Jannik zeigte ein grandioses Rennen, welches sehr taktisch angegangen wurde. Er machte in der Endphase alles richtig und wurde dafür mit einem guten 8. Platz (14:22,69 min) in einem hervorragend besetzten Rennen belohnt. Jan-Lukas verhielt sich in diesem Taktikrennen ebenfalls sehr klug. Nach Problemen in der Vorbereitung erlief er einen tollen Platz 13 in 14:30,78 min.  

Im großen Teilnehmerfeld von 20 Athletinnen über die 3000 m Hindernis teilte sich Amélie Svensson ihr Rennen gut ein und zeigte sich überraschend stark, nachdem ihr Fokus in der letzten Zeit auf Studium und Praktikum lag. Mit einer Zeit von 10:29,96 min ist sie augenscheinlich sehr gut für die schwedischen Meisterschaften gerüstet. Johanna Flacke lief im selben Lauf sehr überlegt und steigerte ihre persönliche Bestzeit um ganze 10 Sekunden auf 10:32,31 min.
Für beide Athletinnen ist dies ein ganz tolles Ergebnis!

In „B-Besetzung“ zeigten Marvin Hock, Lorenz Herrmann, Alex Kessler und Nils Wlasak ein tolles Rennen über 4x 400 m, das mit Platz 13 (3:19,96min) belohnt wurde. Ohne Unterstützung durch Holger Körner, Pascal Kleyer und Max Schmid ist das ein beachtliches Resultat.

Der Weitsprung-Wettberwerb lief nicht wirklich gut für die drei LGR-ler. Yannick Roggatz fand gar keine Einstellung zum Wettkampf und schied deutlich unter Wert mit 7,25 m aus. Florian Oswald hatte nach dem ungültigen ersten Versuch einen Sicherheitssprung im zweiten Versuch mit 7,34 m und gab erst im dritten Versuch richtig Gas, der Sprung war dann auch weit aber leider ungültig und so schied Flo als neunter etwas unglücklich aus.

Unbefriedigend war der Wettkampf von Julian Howard. Julian war etwas unsicher wegen leichter Spannung im Oberschenkel und traute sich anfangs nicht richtig Gas zu geben. Von Sprung zu Sprung gewann er mehr Sicherheit, versuchte etwas mehr Druck in seine Anläufe zu bringen und hatte so letzlich trotz permanenter Korrekturen nur noch ungültige Sprünge. Durch die Vornominierung bestand glücklicherweise kein Zweifel mehr an seiner EM-Teilnahme.

Die 4 x 100 m Staffel - im letzten Jahr die Überraschung mit Platz 4 - ging durch die Verletzung von David Simonis etwas geschwächt ins Rennen. Flo Oswald stellte sich aber trotz seiner am Samstag wieder aufgebrochenen Knieproblematik selbstlos für die Staffel zur Verfügung. Wendelin lief dabei ein tolles Rennen in der Startkurve, der Wechsel mit Marvin war einfach nur perfekt. Nach einer ebenso tollen Gerade von Marvin klappte der Wechsel zu Flo Oswald, der sich sichtlich durch die Kurve mühte, bevor ein etwas verfrühter Ablauf von Flo Gedemer kurz vor Ende der Wechselzone praktisch zum Stand führte, um den Wechsel nicht zu überlaufen. Die Aufholjagd von Flo Gedemer reichte so nur noch zu einer Zeit von 41,46 sec, sie zeigt aber das Potential des Quartetts auf, das ohne diesen Fehler einen Platz unter den ersten 6-8 hätte erreichen können.

Einen tollen Vorlauf über 200 m absolvierte Wendelin Wäcker, der außen mit 21,53 sec nah an seine Saisonbestleistung des Jahres 2018 herankam und Pech hatte, dass nicht alle auf den Endlauf verzichtenden Sprinter dies auch rechtzeitig bekundeten, so blieb ein Platz im Endlauf frei. Dennoch war es eine tolle Leistung mit Platz 12 im Gesamtklassement.

Zusätzlich zu den Meistertiteln der Aktiven wurde in Nürnberg auch die Titel für die schnellsten Langstaffeln der Jugend U20 vergeben.

Im Vorlauf über 3x 1000 m hielt der junge Startläufer Florian Zittel dem Druck stand (2:47 min). Sein Teamkollege Lorenz Herrmann lief die entstandene Lücke wieder zu und überholte fast das gesamte Feld. Die herausgestoppten 2:25 min bedeuten eine klare Bestzeit für Lorenz. Auch Schlussläufer Alexander Kessler zeigte ein super Rennen und verbesserte seine Bestzeit mit herausgestoppten 2:31 min klar. Leider reichte die Endzeit von 7:44,62 min ganz knapp nicht zum Finaleinzug.

Über 3x 800m zeigten Adeline Haisch, Katja Bäuerle und Carolin Kleyer ein kluges und souveränes Rennen. Mit ihrer Zeit von 6:59,79 min qualifizierten sich die drei für das Finale am Sonntag.
Im Finale drosselte Startläuferin Caro das Tempo taktisch sehr klug und präsentierte einen starken Schlussspurt (2:20 min). Katja steckte die Doppelbelastung gut weg und zeigte einen phänomenalen Lauf, in dem sie frech mit Lisa Vogelsang (U20-WM Teilnehmerin) mitlief und eine neue Bestzeit von handgestoppten 2:21,5 min erzielte. Anschließend übernahm Adeline den Staffelstab und zeigte ein mutiges Rennen, das sie nach der Vorbelastung am Vortag in persönlicher Bestzeit von 2:13 min beendete. Sie befindet sich damit in guter Position für die Deutschen Jugendmeisterschaften. Am Ende stand mit 6:55,03 min eine neue Bestzeit für die drei zu Buche und ein starker fünfter Platz.